Was erwartet den deutschen Baumarkt: Perspektiven für 2026

Кризис строительной отрасли в Германии — замершие строительные площадки и падение инвестиций

Die deutsche Bauwirtschaft erlebt einen systemischen Abschwung. Trotz eines leichten BIP-Wachstums im Jahr 2025 (+0,4 %) bleibt die Branche unter Druck: Die Investitionen sinken seit 2022, und der Wohnungssektor entwickelt sich zum problematischsten Segment.

Hauptprobleme der Branche

  • Die Zahl der Baugenehmigungen ist zwischen 2021 und 2024 um 43 % zurückgegangen.
  • Die Wohnungsfertigstellungen sind auf 251.000 Einheiten gesunken, benötigt würden jedoch jährlich mindestens 320.000.
  • Die Kosten für Bauleistungen sind seit 2020 um 35 % gestiegen.
  • Die Kreditkosten liegen weiterhin bei 3,5–4 %, während sie vor 2021 unter 1 % lagen. Viele Projekte sind dadurch nicht mehr rentabel.
  • Aufgrund des Mangels an qualifizierten Arbeitskräften hat sich die durchschnittliche Bauzeit von 20 auf 26 Monate verlängert. Deshalb wächst das Interesse an der Beschäftigung ausländischer Fachkräfte in Deutschland.
  • Der Bestand an nicht realisierten Projekten ist auf 760.000 Einheiten angewachsen, tausende Genehmigungen laufen einfach ab.

Markt und Nachfrage

Die Nachfrage nach Wohnraum bleibt stabil hoch, besonders in Großstädten. Die Mieten sind in den letzten 10 Jahren um fast 50 % gestiegen, in Berlin sogar mehr als doppelt so stark. Bezahlbarer Wohnraum wird schnell zur Mangelware.

Deutschlands Position in Europa

Der Rückgang der Wohnungsfertigstellungen ist in ganz Europa spürbar, doch Deutschland gehört zu den Schlusslichtern mit –30 %. Zum Vergleich: Großbritannien und Frankreich erwarten bereits ab 2026 eine Erholung.

Politische Maßnahmen: Versuch eines Neustarts

Die Regierung startet Reformen, um das Bauen ab 2026 zu beschleunigen.

  • „Bauturbo“: Genehmigungen innerhalb von maximal 2 Monaten.
  • Fokus auf serielles und modulares Bauen.
  • Neuer Hamburger Standard und Gebäudetyp E zur Senkung der Baukosten auf 2000 €/m².
  • Finanzierung: 11 Milliarden Euro für sozialen und klimaneutralen Wohnungsbau.

Offen bleiben jedoch zentrale Fragen: Grundstückspreise, Fachkräftemangel, komplexe Normen und langsame Prozesse.

Trends der deutschen Bauwirtschaft

  • Zunehmender Wohnungsmangel in Städten.
  • Standardisierung und modulare Technologien als potenzielle Kostentreiber nach unten.
  • Steigende Nachfrage nach ausländischen Fachkräften.
  • Fortschreitende Digitalisierung und Beschleunigung von Genehmigungen.
  • Eine mögliche Trendwende – frühestens 2026.

Wie wir sehen, befindet sich die deutsche Bauwirtschaft an einem Wendepunkt. Um die Stagnation zu überwinden, braucht sie eine Kombination aus politischen Reformen, neuen Technologien, bezahlbarer Finanzierung und der systematischen Lösung des Fachkräftemangels. Nur dann kann sich der Markt stabilisieren und seine Rolle als wirtschaftlicher Wachstumsmotor zurückgewinnen.

Quelle: assetphysics.com